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Sieben bunte MäuseErnst Moritz Arndt, der berühmte Autor patriotischer Gesänge aus der Zeit der Befreiungskriege, hat mit seinen "Mährchen und Jugenderinnerungen" ein zweibändiges Werk hinterlassen, das zum besten seines schriftstellerischen Schaffens zählt.
Im Winter 1817/18 erinnerte sich der erst seit kurzer Zeit in Bonn lebende Arndt in einer angespannten persönlichen Siuation an seine erlebnisreiche Kindheit und Jugend auf Rügen und im vorpommerschen Raum. Die Geschichten der einfachen Leute - voller Wunder und Aberglauben - hatten den Heranwachsenden begleitet und ihn nach eigener Aussage auch geprägt. Und so schrieb er, angeregt von Ideen und Sammelleidenschaften der Romantik, jene "Mährchen" auf. 1818 erschien im Verlag seines aus Greifswald stammenden Freundes Georg Andreas Reimer ein erster Teil mit 19 Texten von der Insel Rügen. Doch die wunderbaren Geschichten vom Riesen und den Unterirdischen, von Glückskindern und teuflisch Verführten, von gierigen Bauern und ruhelosen Wiedergängern fanden kaum Leser.Erst nach dem Tode seines Vaters wagte Georg Andreas Reimer 1842 eine Neuauflage (nun mit 20 Geschichten). Arndt hatte außerdem schon lange 30 weitere Texte vorliegen, die 1843 als "Mährchen und Jugenderinnerungen Zweiter Theil" erschienen. Sie entstammten seiner Löbnitzer Zeit, und viele sind in der von Arndt verstandenen plattdeutschen Fassung aufgeschrieben.
Die Brüder Grimm nahmen durchaus anerkennend Kenntnis von der Arndtschen Sammlung. Allerdings sind es weniger Märchen als Sagen, neu bearbeitete Texte der Volksliteratur und viele vom Aberglauben getragene Geschichten von Rügen und aus Vorpommern. Seit J. D. H. Temme 1840 in seine umfangreiche Sammlung "Die Volkssagen aus Pommern und Rügen" nicht wenige Arndtsche Texte gekürzt übernahm, gehören viele dieser schönen Geschichten aus längst vergangenen Zeiten in jede pommersche Sagensammlung.
Der 1840 rehabilitierte und wiedereingesetzte Universitätsprofessor und Dichter wurde schon zu Lebzeiten eine Legende. Seine bekanntesten Gedichte und Lieder fanden sich in allen deutschen Lesebüchern wieder. So wuchs natürlich auch das Interesse an seinen "Mährchen". Besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es immer wieder kleine lesenswerte Bücher mit einer Auswahl aus den beiden Bänden. Nach 1945 trat eine Editionspause ein, und erst seit Ende der 80er Jahre besann man sich auf jene urwüchsigen Geschichten, auf Ernst Moritz Arndts liebevoll - wehmütiges Bekenntnis zur pommerschen Heimat, zu Kindheit und Herkunft
 

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