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Arndts Christentum bewegte sich nicht
ungestüm in den altehrwürdigen Formen eines
bibelgläubigen kirchlichen Luthertums, wurde vielmehr
geprägt von geistigen und religiösen Kräften,
die Arndt selbst mit dem Begriff Dualismus umschrieb.
Drei Ströme lassen sich erkennen, die in dieser
Weise bedeutsam geworden sind, nämlich der Dualismus
von orthodox - lutherischen Traditionskirchentum und
Aufklärungs-Religion; ferner das aus vorchristlicher
Zeit stammende, auf Rügen besonders geprägte
und lebendig gebliebene Heidentum, und schließlich
die aus einer Verbindung von lutherischer Religion und
heimlichem Heidentum sich ergebende Gefühls- und
Natur-Religion mit christlich - pantheistischem Vorzeichen
und zum Teil indifferenter kirchlicher Bindung. Diese
drei religiösen Ströme sind bei Arndt bis
in sein hohes Alter hinein nachweisbar, auch wenn sie
durch andere, dem Geist der Zeit entsprechende Tendenzen
und Eindrücke zeitweise unterdrückt oder überdeckt
wurden. Arndt hat viele religiöse Seitenwege beschritten,
die oft unkontrollierbar und anerkanntermaßen
Irrwege gewesen sind, bis sein Lebensweg immer mehr
in christliche Bahnen einmündete.
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