Unter dem Bauernlegen versteht man die Überführung
von bäuerlichen Einzelbetrieben in Gutsbetriebe,
wobei die Bauernhöfe ganz verschwinden.
Das Bauernlegen begann mit der Errichtung der Zisterzienserklöster,
als zunächst privates Land in klösterliche
Eigenbewirtschaftung überführt wurde. Durch
das ökonomische Erstarken der Städte seit
dem frühen Mittelalter wurde der Feudaladel
"in
stets steigendem Maß Schuldner der städtischen
Kapitalisten, und Geld wurde damit sein dringendes
Bedürfnis". Diesen Drang nach Geld
"konnte
er am besten befriedigen, wenn er das Hofland auf
Kosten des Bauernlandes ausdehnte und seine vergrößerte
Gutswirtschaft durch erhöhte Arbeitsleistungen
der übriggebliebenen Bauern und der neuen Leibeigenen
unterhielt".
Seit dem 15. Jahrhundert dehnte sich die adlige Gutswirtschaft
aus und suchte mittels größerer Ackerflächen
und Weidelandes, ihre Produktion und damit ihre Absatzchancen
am Markt zu verbessern. Begünstigt wurde diese
Expansion durch das spätmittelalterliche Entstehen
von Wüstungen infolge der weitverbreiteten Seuchen.
Parallel damit ging eine Zunahme der persönlichen
Schollen- und Dienstbindung des einzelnen Bauern einher.
Um 1550 begannen die Grundherren in Pommern, die steuerbaren
Bauernhöfe ihrem abgabefreien Besitz einzuverleiben.
Als Beispiel:
Dumsevitz - zur Gemeinde Groß Schoritz gehörig
- bestand
im Jahre 1532 aus sechs Bauernhöfen:
- Hof des Pawel Kuse - 1 Landhufe, 6 Morgen
- Hof des Hans Koldevitz - 1 Landhufe, Acker
- Hof des Marten Arendt - 1 Landhufe, Acker
- Hof des Jürgen Stadt - 1 Landhufe, Acker
- Hof des Arndt Schole - 1 Landhufe, 6 Morgen
- Hof des Matthias Staneke - 1 Landhufe, Acker
In den Landregistern von 1574 und 1577 finden wir hinter
den Bauernhöfen Bemerkungen:
"up Stanekes Haus wont
Tonnies von Kahlden";
den Acker von Arendt, Schole und Stadt
"bebuwet Tonnies von
Kahlden";
Im Jahre 1695 sind in Dumsevitz keine Bauern mehr vorhanden.
Verzeichnet ist ein Gutshof, der
"Tonnies von
Kahlden hört".
Im Dorf Grabow auf Zudar spielte sich eine gleiche Entwicklung
ab: Aus dem vielfach bebauten Bauerndorf wurde ein Gutshof
mit Gesindekaten.