Veranstaltungen 2014

 

25. Januar 2014
Kaperschifffahrt auf Nord- und Ostsee
Christian Peplow M.A.
Nicht nur starker Wind und hohe Wellen können dem Seemann die Schweißperlen auf die Stirn treiben, sondern auch feindliche Schiffe auf Kollisionskurs. Ist es ein Pirat, der die erbeuteten Schätze an die Armen verteilt, dann heißt er Störtebecker, füllt in Ralswiek die Zuschauerreihen und ist eine beliebte Werbefigur für ein Bier. Die Wirklichkeit war im Mittelalter nicht ganz so spektakulär und moralisch sauber. Wie genau ging es damals aber her, wenn auf hoher See gekämpft wurde? Wir bekommen Antworten zur Kaperschifffahrt im 14./15. Jahrhundert.

01. Februar 2014
Frauen schreiben
Dr. Monika Schneikart
„In der Literatur geht es immer um Liebe und Tod! Alles dazwischen ist Mumpitz.“ So Marcel Reich-Ranicki, und recht hat der Mann – zumindest, wenn das Phänomen aus der männlichen Perspektive betrachtet wird. Haben Frauen vielleicht einen ganz anderen Blick auf die Welt? Natürlich, und es wurde auch aufmerksam wahrgenommen, wenn Frauen literarisch tätig wurden. Ein schönes Beispiel ist Sophie von La Roche mit ihrem Roman „Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim“: Es wurde anonym 1771 durch Christoph Martin Wieland herausgegeben und löste eine Welle der Begeisterung unter Aufklärern und den Autoren des Sturm und Drangs aus. Goethe schrieb dazu in den „Frankfurter Gelehrten Anzeigen“: „Allein alle die Herren irren sich, wenn sie glauben, Sie beurteilen ein Buch – es ist eine Menschenseele.“ Drei Jahre später zog er mit den „Leiden des jungen Werthers“ nach. Und was ist mit den Frauen in Pommern? Da wäre an erster Stelle Sibylla Schwarz zu nennen, die 1621 geboren wurde und nach nur 17 Jahren 1638 starb. Dr. Schneikart ist ihr und anderen schreibenden Frauen auf der Spur.

15. Februar 2014
Film ab!
Wolfgang Schneider & Torsten Seegert
Einmal im Monat, Mittwoch, 20.00 Uhr: Der „Tanz der Zuckerfee“ aus Tschaikowskis „Der Nussknacker“ erklingt, Willi Schwabe zündet eine Laterne an, steigt zum Dachboden hinauf und sagt dann den legendären Satz: „Guten Abend meine Damen und Herren und herzlich willkommen in der Rumpelkammer“. Diesen Kultstatus hat das Duo Schneider & Seegert noch nicht erlangt, aber sie sind als liebe Stammgäste unseres Hauses auf dem besten Wege dahin. Immer wieder präsentieren sie uns interessante Beispiele aus ihrem wohlsortiertem Archiv mit Filmstreifen, die auf der Insel Rügen gedreht wurden. Auch diesmal langen sie wieder tief in ihre Schatzkiste. Lassen wir uns überraschen.

01. März 2014
Nationalpark Jasmund
Dr. Ingolf Stodian
Wie man’s macht, macht man’s verkehrt. Ob Kahlschläge in Fichtenwäldern, um den Buchen Platz zu schaffen, oder massive Küstenabbrüche – alles wird dem Leiter des Nationalparks um die Ohren gehauen. Und als sei das nicht genug, kommen Neunmalkluge um die Ecke und fragen spitz, warum ausgerechnet ein in der Geschichte zur Holzversorgung intensiv genutztes Waldgebiet ein Naturschutzgebiet wurde. Und dabei wollen alle doch nur das Gute! Aber beim Wald kennt der Deutsche eben kein Pardon. Hier gibt es also Klärungsbedarf. Das Arndt-Haus bietet dafür ein geschütztes Biotop.

15. März 2014
plattdeutsche Lesung: Heinrich Bandlow
Lothar Dols
Heinrich Bandlow wurde 1855 in Triebsees geboren und gilt unter Kennern als der pommersche Reuter. Obwohl der 34 Bücher veröffentlichte, ist der Autor weitgehend unbekannt – nicht zuletzt, weil er auf Plattdeutsch schrieb. Das war Anlass genug, ihm eine Bühne zu geben und einem breiteren Publikum vorzustellen. Eine plattdeutsche Lesung von einem, der es kann, ist immer ein Genuss.

10. April 2014
Caspar David Friedrich und das Kliff
Manfred Kutscher
Ein Atelierbesucher notierte 1822: „Friedrich zeigte uns mehrere von seinen Arbeiten […] Eine Landschaft von der Insel Rügen: der Vordergrund eine auseinandergerissene Kluft, dahinter blendend weiße Kreidefelsen mit wunderbaren Zacken, darüber hängt wie in der Luft schwebend, die unendliche Ferne der Ostsee; eine wunderbare Ansicht, die dieser Küste eigen ist.“ Und nun rutschen diese „wunderbaren Zacken“ nach und nach ins Meer. Naturliebhaber und Touristiker sind entsetzt, einige fordern den Kampf gegen die Natur mit Silikon als Kreidefelsenstabilisator und Steinpackungen als Wellenbrecher. Ist die Romantik noch zu retten?

26. April 2014
Kult und Ritual von der Steinzeit bis ins frühe Mittelalter
Dr. Gundula Lidke
In seiner Rede vor dem Bundestag am 22. September 2011 sagte Papst Benedikt XVI.: „Die Kultur Europas ist aus der Begegnung von Jerusalem, Athen und Rom - aus der Begegnung zwischen dem Gottesglauben Israels, der philosophischen Vernunft der Griechen und dem Rechtsdenken Roms entstanden.“ Da ist viel Wahres dran, aber es ist nur die halbe Wahrheit. Unsere kulturellen Wurzeln reichen bis in die Vorzeit zurück. Gewaltige Steingräber, große Hügel und riesige Erdanlagen künden davon genauso wie die Himmelsscheibe von Nebra und der Sonnenwagen von Trundholm. Diese Relikte zu entschlüsseln ist eine große Herausforderung, weil die schriftlosen Kulturen der Stein- und Bronzezeit Europas leider keine Gebrauchsanweisungen hinterlassen haben. Aber die Archäologie hat in den letzten Jahren gewaltige Fortschritte gemacht.

10. Mai 2014
Die Befestigungen auf Rügen im 17./18. Jahrhundert.
Dr. Markus Sommer-Scheffler
„Eine feste Burg ist unser Gott, Ein gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen.“, dichtete einst Martin Luther. Nicht immer ist das Gottvertrauen ausreichend gewesen, und so bauten sich die Menschen schon früh Verteidigungsanlagen. Die Befestigungen auf Rügen sind teilweise wohlbekannt, wie zum Beispiel die Prosnitzer Schanze. Andere hingegen sind nicht mehr auf dem ersten Blick zu erkennen und dem Vergessen anheim gefallen.

24. Mai 2014
Lesung aus Arndts „Erinnerungen aus dem äußeren Leben“
Gabi Pitzke & Dr. Sven Wichert
1840 veröffentlichte Arndt seine „Erinnerungen aus dem äußeren Leben“. Darin beschreibt er unter anderem ausführlich seine Kindheit auf Rügen. Diese Passagen sind nicht nur wegen ihres witzigen Stils lesenswert, sondern auch wegen der Fülle an kulturhistorischen Details. Pitzke und Wichert konzentrieren sich in ihrer Lesung auf den Bildungsweg des Inseljungen und schauen dabei auch über den rügenschen Tellerrand hinaus. Dabei ergeben sich mitunter amüsante, vielleicht auch erschreckende, aber immer höchst interessante Einblicke in das Leben um 1800.

20. September 2014
Die vornehme Gesellschaft im 18. Jahrhundert – und wie man dazu gehört
Gabi Pitzke & Dr. Sven Wichert
In seinem Buch “Erinnerungen aus meinem äußeren Leben” schildert Arndt Begebenheiten aus seiner Kindheit auf Rügen. In unserer letzten Lesung hatten wir uns dem Thema „Bildung“ gewidmet. Diesmal nehmen wir das gesellschaftliche Leben unter die Lupe, die Mode, die Frisuren und den Gebrauch der französischen Sprache. Die Distanz des provinziellen Rügens zu den tonangebenden Metropolen London und Paris ist eine munter sprudelnde Quelle für unfreiwillige Komik, die Arndt mit wohlwollend kritischem Blick zum Besten gibt. Und vielleicht sollte man sich auch heute wieder mal im Spiegel betrachten und herzhaft an die eigene Nase fassen.

18. Oktober 2014
Jäger und Fischer nach der Eiszeit: Das Mesolithikum
Emil Hoffmann
Das Mesolithikum = Mittelsteinzeit repräsentiert die Periode nach der letzten Eiszeit, aus der die ersten Nachweise menschlicher Besiedlung auf Rügen stammen. Lietzow wurde aufgrund der dort gemachten zahlreichen Funde namensgebend für die sogenannte Lietzower Kultur.  Das Mesolithikum beschränkt sich aber nicht auf unsere Insel, sondern umfasst weite Küstenabschnitte. Offenbar waren die Mesolithiker auf die See orientiert, sie nutzten bis zu zehn Meter lange Boote. Friedlich war diese Zeit nicht, es gibt eindeutige Hinweise auf tödlich endende Auseinandersetzungen. Neben erster, noch primitiver Keramik, stehen hochwertige Steinwerkzeuge, von denen Emil Hoffmann ausgewählte Exemplare seiner umfangreichen Sammlung mitbringen wird.

15. November 2014
Gemeindepolitik nach dem Krieg am Beispiel Rambin
Prof. Dr. Wolfgang Heun
Aller Anfang ist schwer, aber jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Wie in einem Dorf nach dem Krieg Entscheidungen gefällt wurden, lässt sich sehr gut anhand der überlieferten Akten nachvollziehen. Dieser entsagungsvollen Aufgabe hat sich Prof. Heun gewidmet und die Nachkriegsgeschichte Rambins untersucht. Die Erkenntnisse seiner Forschungen sind durchaus überraschend und von höchstem Interesse.

13. Dezember 2014
Prora im Film
Wolfgang Schneider & Torsten Seegert
Die beiden ausgewiesenen Kenner heimischer Filme zeigen diesmal einen Zusammenschnitt von Filmsequenzen über Prora, beginnend im Jahr 1935 (das KdF-Bad im Rohbau und der Spielfilm “Der Dschungel ruft”) über diverse Armeerundschauen der 70er Jahre bis zu Nachrichtenbeiträgen, die nach der Wende gedreht wurden.